Enthüllungen über systemische geschlechtsspezifische Diskriminierung und ungleiche Bezahlung bei Niantic, einem führenden AR-Gaming-Unternehmen, haben zu einer Klage geführt. Eine ehemalige Mitarbeiterin, die anonym bleiben möchte, reichte eine Sammelklage ein und behauptete, dass weibliche Angestellte und Frauen mit dunkler Hautfarbe abgewertet und ungleich entlohnt wurden. Die Klage enthüllte auch die Gründung eines exklusiven “Jungenclubs” innerhalb des Unternehmens. Diese beunruhigenden Vorwürfe werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen Frauen in der Gaming-Branche konfrontiert sind.
Ungleiche Bezahlung und Diskriminierung
Die Klägerin, die während ihrer Tätigkeit bei Niantic als asiatische Frau beschrieben wird, berichtete von ihrem Einstiegsgehalt von 70.000 US-Dollar im Jahr 2020. Obwohl sie im Laufe der Zeit befördert wurde und mehr Verantwortung übernahm, erfuhr sie, dass ein männlicher Kollege mit einer niedrigeren Position und weniger Verantwortung ein höheres Gehalt erhielt. Diese Ungerechtigkeit setzte sich fort, als ihr männlicher Kollege im Jahr 2022 angeblich 127.000 US-Dollar pro Jahr verdiente, während sie nur 105.000 US-Dollar erhielt, obwohl sie eine höhere Position innehatte. Obwohl sie 2023 eine geringfügige Gehaltserhöhung auf 115.000 US-Dollar erhielt, blieb ihr Gehalt immer noch unter dem ihres männlichen Kollegen.
Enthüllung der Lohnspanne
Die Klägerin erfuhr auch, dass Niantic die Gehaltsspanne für ihre Position veröffentlichte. Dabei stellte sie fest, dass ihr Gehalt mehr als 10.000 US-Dollar unter dem unteren Ende dieser Spanne lag. Diese Offenlegung verstärkte den Eindruck der Ungerechtigkeit und führte zu wachsendem Unmut.
Schweigen und Widerstand des Managements
Als die Klägerin ihre Bedenken hinsichtlich der ungleichen Bezahlung und Diskriminierung gegenüber dem Diversity Equity and Inclusion Director sowie dem Principal People Partner von Niantic äußerte, wurden ihre Anliegen offenbar abgewiesen. Das männliche obere Management und die Führungskräfte reagierten feindselig und lehnten es ab, die Vorwürfe von Sexismus und geschlechtlicher Voreingenommenheit am Arbeitsplatz anzuerkennen. Sogar ihre Leistungsbeurteilungen wurden negativ beeinflusst, weil sie ihre Bedenken gegenüber Kollegen geäußert hatte.
Aufdeckung einer sexistischen Arbeitskultur
Die Klägerin diskutierte ihre Erfahrungen mit anderen weiblichen Mitarbeitern und brachte Sexismus und ungleiche Bezahlung in der Mitarbeiterressourcengruppe Wolfpack zur Sprache. Eine interne Umfrage von Wolfpack ergab, dass viele weibliche Mitarbeiter Niantic als eine sexistische Arbeitskultur wahrnehmen, die Frauen benachteiligt. Die Mehrheit der Befragten äußerte ebenfalls Bedenken hinsichtlich der ungleichen Bezahlung. Doch als diese Ergebnisse dem oberen Management mitgeteilt wurden, wurde Wolfpack angewiesen, Verweise auf den “Jungenclub” und andere Kommentare zum Sexismus am Arbeitsplatz zu entfernen. Die Gruppe durfte zudem keine Mitarbeiterbefragungen mehr ohne Zustimmung des Managements durchführen.
Niantic hat bisher nicht auf Anfragen für einen Kommentar reagiert. Die Klage gegen das Unternehmen ist ein weiteres Beispiel für die anhaltenden Probleme der geschlechtsspezifischen Diskriminierung in der Gaming-Industrie. Es bleibt zu hoffen, dass diese Klage zu einer umfassenden Überprüfung der Arbeitspraktiken bei Niantic und anderen Unternehmen führen wird, um eine gerechtere und inklusivere Branche für alle zu schaffen.




