Der Technologieriese Microsoft steht vor der größten Fusion der Geschichte mit dem Videospielentwickler Activision Blizzard. Microsoft bietet 95 US-Dollar pro Aktie oder insgesamt 69 Milliarden US-Dollar, um seine Position auf dem Markt für mobile Spiele zu stärken. Diese Fusion würde es Microsoft, dem Eigentümer der Xbox-Konsole, ermöglichen, die Kontrolle über beliebte Franchises wie Call of Duty, World of Warcraft und Overwatch zu übernehmen.
Bedenken der Regulierungsbehörden
Die Regulierungsbehörden befürchten jedoch, dass der Zusammenschluss die bereits bestehende Konzentration unter Technologieunternehmen verstärken und das Wettbewerbsgleichgewicht der Wirtschaft gefährden könnte. Sie befürchten auch, dass Microsoft auf dem Videospielmarkt zu dominant wird und die Auswahl der Verbraucher einschränkt.
Die britische Wettbewerbsbehörde (CMA) wird bis zum 29. August entscheiden, ob sie die Übernahme durch Microsoft freigibt oder blockiert. Im April hatte die CMA ihre Absicht angedeutet, den Vorgang zu blockieren, erklärte sich jedoch bereit, ihre Entscheidung nach neuen Eingaben von Microsoft zu überprüfen.
Das Argument von Microsoft
Anstatt weitere Zugeständnisse anzubieten, argumentiert Microsoft, dass die Entscheidung der Europäischen Union, den Deal im Mai zu genehmigen, zusammen mit einem kürzlich abgeschlossenen Spielelizenzvertrag mit dem Konkurrenten Sony eine grundlegende Änderung der Umstände der Transaktion darstellt.
In seiner Stellungnahme sagt Microsoft: „Wir halten es für eindeutig erwiesen, dass wesentliche Änderungen der Umstände und besondere Gründe gemäß dem Enterprise Act dazu führen, dass die CMA den Verordnungsentwurf zum Verbot der Fusion nicht annehmen sollte.“
Das Unternehmensgesetz erlaubt der CMA, ihre endgültige Entscheidung, den Betrieb zu blockieren, zu ändern, wenn seit ihrer ursprünglichen Entscheidung eine „wesentliche Änderung der Umstände“ eingetreten ist.
CMA-Einwände
Der Haupteinwand der CMA gegen diesen Zusammenschluss besteht darin, dass er den Wettbewerb auf dem Markt für Streaming-Videospiele beeinträchtigen würde. Microsoft gibt jedoch an, den Wettbewerb auf diesem Markt bereits durch den Abschluss von Verträgen mit mehreren Game-Streaming-Diensten verbessert zu haben, die es ihnen ermöglichen, Activision-Spiele für zehn Jahre nach Vertragsabschluss zu lizenzieren.
Microsoft argumentiert außerdem, dass der Deal mit Sony, der dafür sorgt, dass das Call of Duty-Franchise ein Jahrzehnt lang auf der PlayStation-Konsole verbleibt, Kernbedenken der Gegner der Fusion berücksichtigt.
Sowohl die CMA als auch die US-amerikanische Federal Trade Commission versuchen, den Zusammenschluss zu blockieren, doch letztere scheiterte kürzlich mit ihrem Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen den Deal.
Quelle: www.bing.com


