Wie Morrowind Bethesda rettete: Die Geschichte des revolutionären Spiels

Die Morrowind-Revolution: Wie das Spiel Bethesdas Zukunft prägte

Intro: Ein Wendepunkt für Bethesda

Im Jahr 2001 traf der Dotcom-Crash ZeniMax und ein Team arbeitsloser Entwickler im Keller des Unternehmens fürchtete um seine Zukunft. Sie sind mit der Lieferung ihres neuen Rollenspiels The Elder Scrolls III: Morrowind an Microsoft im Verzug und der Vorstand beginnt, Zweifel an der gesamten Videospielbranche zu hegen. Mitarbeiter arbeiten sieben Tage die Woche an etwas, von dem sie nicht sicher sind, ob es das Licht der Welt erblicken wird. Die Moral ist am Tiefpunkt.

Doch ein unerwartetes Ereignis wird alles verändern. Projektleiter Todd Howard beruft nur wenige Monate vor der Veröffentlichung des Spiels ein externes Treffen ein. Die meisten seiner Teammitglieder glauben, dass sie gefeuert werden. Aber in Wirklichkeit ist dies der wichtigste Moment in der Geschichte des Studios. Ein paar Tage zuvor hatte Howard jedes seiner Teammitglieder per E-Mail gefragt: „Wenn Sie einen Titel im Leben haben könnten, welcher wäre das?“ In einem Hotelkonferenzraum in Rockville, Maryland, überreicht er jedem Morrowind-Entwickler eine personalisierte Visitenkarte mit der Ehrung seiner Wahl und hält eine kurze, aber inspirierende Rede. Es war ein Aufruf zum Handeln, der das Spiel und nach Ansicht der Anwesenden wahrscheinlich das gesamte Unternehmen rettete.

Kapitel 1: Der Beginn der Elder Scrolls

Bescheidene Anfänge mit The Elder Scrolls: Arena und der Einführung von Tamriel

Viele Jahre zuvor, im Jahr 1994, war The Elder Scrolls: Arena dank seines unterhaltsamen Zaubersystems und der endlosen Fantasiewelt ein Kulthit geworden. Aber einige bei Bethesda waren mit dem relativ generischen Aussehen des ersten Spiels, seiner begrenzten Anzahl unvergesslicher Schauplätze oder seiner aus einer wöchentlichen Dungeons and Dragons-Kampagne abgeleiteten Geschichte nicht zufrieden. Für die Fortsetzung, die ursprünglich Mournhold hieß und in der Provinz Morrowind spielt, wo die Geschichte von Arena endete, hatten die Entwickler eine neue Sichtweise darauf, wie ihre Dungeon-Spieleserie aussehen könnte. Die 3D-Perspektive aus der ersten Person veranlasste sie zu einem höheren Detaillierungsgrad, der durch die neue XnGine-Technologie zum Tragen kommt, sowie zu einem eher literarischen Erzählstil.

Das nächste Spiel, The Elder Scrolls II: Daggerfall, spielte in den Regionen High Rock und Hammerfell und ließ sich von Quellen wie französischer Literatur und Vampire: The Masquerade inspirieren, einem weiteren Tabletop-Rollenspiel, das für seine Gothic-Atmosphäre und seine… reiche Mythologie. Einige der Ziele, die die Designer von Daggerfall erreichen wollten, erwiesen sich damals als unmöglich. Beispielsweise gelang es dem Team nicht, die Drachen wie erhofft zu integrieren. Aber sein prozedurales Weltgenerierungssystem war eine große Errungenschaft und ermöglichte die Schaffung von über 15.000 einzigartigen Orten. (Zum Vergleich: Das Original-Diablo, das im folgenden Jahr veröffentlicht wurde, hatte nur 16 Level.) Die Fortsetzung war ein großer Erfolg für Bethesda und verkaufte sich in nur 48 Stunden über 100.000 Mal.

Kapitel 2: Der Aufstieg Morrowinds und die Entwicklung von Bethesda

Morrowind, das Spiel, das das Spiel für Bethesda veränderte

Morrowind war das erste Spiel der Elder Scrolls-Reihe, das auf Konsole veröffentlicht wurde, etwa sechs Monate nach der Veröffentlichung der ursprünglichen Xbox. Es verkaufte sich allein auf der Xbox millionenfach und konkurrierte nur mit Titeln wie Halo, Tom Clancy’s Splinter Cell und Fable. Howard selbst betrachtet diese Zeit als „die Renaissance von Bethesda“. Seine Geschichte erstreckt sich über fast vier Jahrzehnte, von den bescheidenen Anfängen mit Sportspielen und Filmadaptionen bis hin zu Blockbustern wie Skyrim und Fallout 4. Aber ein Großteil dieser Reise wäre ohne Morrowind und das berühmte Treffen, an das sich die Teammitglieder so lebhaft erinnern, nie zustande gekommen.

Skyrim Art Lead Noah Berry sagte: „Morrowind war ein entscheidender Moment, eine Frage von Leben und Tod. Hier hat sich das moderne Elder Scrolls als Ganzes entwickelt und geformt. Wenn wir uns Bethesdas Einzelspielertitel ab Oblivion ansehen, finden wir mehr oder weniger die gleiche Formel, die Howard für The Elder Scrolls III ausgeheckt hat, ein Spiel, das das Rollenspiel-Genre für immer verändert hat.

Fazit: Das Erbe von Morrowind

Morrowind war für Bethesda viel mehr als nur ein Spiel. Es war der Beginn einer neuen Ära für das Studio, markierte einen Wendepunkt in der Art und Weise, wie es Rollenspiele entwirft, und definierte die DNA späterer Titel wie Skyrim und Fallout 4. Die Liebe zum Detail, das Eintauchen und der Aufbau der Welt haben sich durchgesetzt werden zu Säulen von Bethesdas Ansatz. Und auch heute, fast zwanzig Jahre nach seiner Veröffentlichung, gilt Morrowind immer noch als eines der besten Rollenspiele aller Zeiten, ein bleibender Beweis für den Einfluss, den es auf die Spielebranche hatte.

Quelle: www.ign.com