Skandal bei Ubisoft: Fünf ehemalige Führungskräfte wegen Belästigung und sexueller Nötigung festgenommen
Festnahmen nach jahrelangen Ermittlungen
Laut GamesIndustry.biz hat die französische Polizei fünf ehemalige Ubisoft-Führungskräfte nach jahrelangen Ermittlungen festgenommen, die 2021 aufgrund von Beschwerden und Vorwürfen sexueller Belästigung und Körperverletzung innerhalb des Unternehmens begannen. Unter den fünf festgenommenen Personen sind der ehemalige Ubisoft-Kreativdirektor Serge Hascoët und der ehemalige Vizepräsident für Verlags- und Kreativdienste Tommy François.
Ein Wendepunkt für Ubisoft
Der Sommer 2020 markierte einen Wendepunkt bei Ubisoft, nachdem zahlreiche Berichte über Gewalt, Fehlverhalten und Machtkorruption innerhalb des Unternehmens veröffentlicht wurden. Verschiedene Führungskräfte und Manager, darunter auch François, wurden entlassen; Hascoët trat aus eigenem Antrieb zurück.
Interne Untersuchungen offenbaren Missbrauch
Damals gab Ubisoft-CEO Yves Guillemot bekannt, dass er die Untersuchungen innerhalb des Unternehmens leitete, und veröffentlichte die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten internen Mitarbeiterbefragung öffentlich. Diese Umfrage ergab, dass mehr als 25 % der Mitarbeiter des Unternehmens Fehlverhalten am Arbeitsplatz beobachtet oder erlebt haben. Überproportional viele Mitarbeiter, die Missbrauch meldeten, waren nicht-binäre Personen oder Frauen, aber auch Männer im Unternehmen wurden Zeugen von Fehlverhalten.
Kritik am Ubisoft-Management
Obwohl mehrere Führungskräfte entlassen wurden, darunter François, Ashraf Ismail und Maxime Beland, und andere wie Hascoët freiwillig zurücktraten, zeigt ein Bericht aus dem Jahr 2021, dass viele Ubisoft-Mitarbeiter mit der Art und Weise, wie das Management des Unternehmens mit seinem „Me Too“-Moment umgegangen ist, unzufrieden waren.
Von der Gewerkschaft und den Opfern eingereichte Beschwerden
Im Sommer 2021 reichte die in Paris ansässige Gewerkschaft Solidaires Informatique zusammen mit zwei Opfern Anzeige bei der Polizei ein, wie GamesIndustry.biz feststellte. Jahre später verhaftete die französische Polizei François, Hascoët und drei weitere Personen. Die Verhaftungen und der daraus resultierende Fall werden vom Pariser Stadtteil Bobigny bearbeitet.
Vorwürfe systemischer sexueller Gewalt
Die Anwältin der Kläger, Maude Beckers, sagte gegenüber Libération, dass der Fall über individuelles Verhalten hinausgehe und „systemische sexuelle Gewalt aufdeckt“. Ein Ubisoft-Sprecher sagte gegenüber GamesIndustry.biz, dass Ubisoft die geteilten Informationen nicht kenne und daher keinen Kommentar dazu abgeben könne.
Game Informer wird diese Geschichte aktualisieren, wenn neue Informationen zu diesem laufenden Fall verfügbar werden.
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Quelle: www.gameinformer.com





