Fortnite stellt die Fähigkeit von Google infrage, die In-App-Käufe einzuschränken

Google sieht sich im Zuge eines laufenden Kartellrechtsstreits in den USA einer neuen Bedrohung ausgesetzt. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, über sein digitales Bezahlsystem im Play Store, der über seine Android-Software Apps für Telefone vertreibt, illegal die Preise für Verbraucher und Entwickler zu erhöhen. Dieser Fall wird von Epic Games eingereicht, dem Herausgeber des berühmten Videospiels Fortnite, der dieses Jahr bereits eine ähnliche Klage gegen den Apple App Store verloren hatte.

Das Ergebnis dieses neuen Versuchs könnte die Provisionen von 15 bis 30 % gefährden, die Google und Apple für digitale Käufe über eine mobile Anwendung erhalten. In der Klage gegen Apple entschied der Richter, dass Apple Apps erlauben sollte, Links zu anderen Zahlungsoptionen anzubieten, und stellte damit das Monopol des Unternehmens auf In-App-Käufe in Frage.

Epic Games wirft Google eine übermäßige Kontrolle über das Android-Anwendungsökosystem und das damit verbundene Zahlungssystem vor. Das Unternehmen gibt an, Hunderte Millionen Dollar ausgegeben zu haben, um den Wettbewerb zu unterdrücken. Google wiederum verteidigt seine Provisionen damit, dass es sich dabei um eine Entschädigung für im Play Store getätigte Investitionen handele und dass sie die Sicherheit von Millionen Menschen schützen sollen, die täglich Anwendungen für Android herunterladen.

Der Prozess, der vor Richter James Donato stattfindet, wird voraussichtlich bis Weihnachten dauern und die Aussage von Sundar Pichai, CEO von Alphabet Inc., der Muttergesellschaft von Google, umfassen. Pichai erschien kürzlich im Zeugenstand in einem weiteren Kartellverfahren in Washington, wo Google beschuldigt wurde, seine Macht bei der Internetsuche missbraucht zu haben.

Google war in der Klage zunächst mit mehreren Anklagen konfrontiert, hat sich jedoch kürzlich mit US-Bundesstaaten und der Match Group, zu der Tinder gehört, darauf geeinigt, einige der Anklagen einzustellen. Diese Vereinbarungen führten zu einer Verfahrensänderung von einem Schwurgerichtsverfahren zu einem Verfahren vor einem Einzelrichter.

Tim Sweeney, CEO von Epic Games, kritisierte die Zugeständnisse von Google, nannte sie falsch und versprach, vor Gericht zu kämpfen. Wilson White, Vizepräsident für Regierungsangelegenheiten und öffentliche Ordnung bei Google, warf Epic Games vor, etwas Billiges bekommen zu wollen, und wies darauf hin, dass das Unternehmen seinen Prozess gegen Apple bereits verloren habe.

Dieser Prozess ist daher von entscheidender Bedeutung für Google, das versucht, seinen Anteil am Markt für mobile Anwendungen zu schützen und gleichzeitig Vorwürfe des Machtmissbrauchs zu bekämpfen. Der Ausgang dieses Falles könnte das Wirtschaftsmodell der Mobilanwendungsbranche in Frage stellen und die Wettbewerbsregeln in diesem Bereich neu definieren.

Quelle: wina.com