Der Internetriese Google steht in den USA vor seiner zweiten großen Kartellrechtsklage innerhalb von zwei Monaten. Diesmal konzentriert sich die Klage auf den Google Play Store, die App-Vertriebsplattform für die Android-Software des Unternehmens. In dem vom Videospielentwickler Epic Games eingeleiteten Fall wird behauptet, Google habe ein illegales Monopol auf Android-Apps geschaffen, um seine Gewinne durch Provisionen zwischen 15 und 30 % auf In-App-Käufe zu steigern. Mit der Klage soll ermittelt werden, ob Google seine marktbeherrschende Stellung nutzt, um den Wettbewerb zu unterdrücken und den Verbrauchern zu schaden.
Die Vorwürfe gegen Google
Epic Games wirft Google vor, ein geschlossenes Android-App-Ökosystem aufrechtzuerhalten und Hunderte Millionen Dollar zu zahlen, um die Konkurrenz zu unterdrücken. Das Unternehmen behauptet, dass Google eine „Korruptions- und Blockierungsstrategie“ anwendet, um Benutzer davon abzuhalten, Android-Apps außerhalb des Play Store herunterzuladen. Epic Games argumentiert, dass diese Praxis die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher einschränkt und die App-Preise erhöht.
Harter Wettbewerb
Google-Anwalt Glenn Pomerantz sagt, das Unternehmen sei einer harten Konkurrenz ausgesetzt, auch von Apple und anderen App-Vertriebsplattformen. Er argumentiert, dass Google angesichts der Existenz von Alternativen für Android-Nutzer nicht als Monopol angesehen werden könne. Pomerantz weist außerdem darauf hin, dass der Google Play Store etwa 5 % des Google-Umsatzes ausmacht und dass die Provision aus In-App-Käufen zur Deckung der Entwicklungs- und Sicherheitskosten des Android-Betriebssystems verwendet wird.
Die Herausforderung für Google
Die Kartellrechtsklage kommt zu einer ohnehin schon schwierigen Zeit für Google hinzu, das mit einer weiteren Kartellrechtsklage konfrontiert ist, bei der es um Zahlungen geht, die das Unternehmen an Apple als Standardsuchmaschine auf iPhones leistet. Die Ergebnisse dieser Klage eröffneten einen potenziellen Bruch des Apple-Monopols und zwangen das Unternehmen, Apps zu erlauben, Links zu anderen Zahlungsoptionen anzubieten. Der Schritt könnte sich auch auf Googles Position in der mobilen App-Branche auswirken.
Der aktuelle Prozess wird voraussichtlich bis Weihnachten dauern und die Aussage von Sundar Pichai, dem CEO von Alphabet, der Muttergesellschaft von Google, beinhalten. Epic Games ist entschlossen, gegen Google zu kämpfen, um den Wettbewerb auf dem Android-App-Markt aufrechtzuerhalten.
Quelle: www.bing.com





