Netflix möchte sein Videospielangebot erweitern, indem es „mehr High-End“-Titel in seinen Abonnementkatalog aufnimmt. Jüngsten Berichten zufolge hat das Unternehmen sogar Gespräche über die Lizenzierung eines Grand Theft Auto-Spiels aufgenommen. Seit seinen ersten Schritten in die Gaming-Welt im November 2021 hat Netflix fünf Titel für iOS und Android auf den Markt gebracht, die im Rahmen eines Netflix-Abonnements heruntergeladen und gespielt werden können. Seitdem ist sein Spielekatalog auf über 70 Titel angewachsen, und das Unternehmen hat mehrere bemerkenswerte Akquisitionen getätigt, darunter Spry Fox, Entwickler von Triple Town und Cozy Grove, Next Games, Entwickler mobiler Spiele basierend auf The Walking Dead, und Night School Studio , Schöpfer von Oxenfree.
Ehrgeizigere Ziele für Netflix
Die Ankündigung der Gründung eines neuen Studios in Los Angeles im vergangenen November unter der Leitung von Chacko Sonny, dem ehemaligen ausführenden Produzenten von Overwatch, gab einen Einblick in die Ambitionen von Netflix in der Gaming-Welt. Dieses Studio ist für die Entwicklung eines brandneuen Third-Person-AAA-RPG-Spiels für den PC verantwortlich. Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge strebt Netflix nun eine Expansion in weitere Premium-Spiele an, die auf Fernsehern und Computern gestreamt werden können.
Auf dem Weg zu einer Partnerschaft mit Grand Theft Auto?
Das Wall Street Journal enthüllt außerdem, dass Netflix Gespräche über die Lizenzierung eines Spiels aus Rockstars Grand Theft Auto-Franchise aufgenommen hat, macht jedoch keine Angaben zum genauen Zieltitel oder zum Ergebnis dieser Gespräche. Netflix ist davon überzeugt, dass eine größere Präsenz im Bereich Videospiele neue Abonnenten gewinnen und alte binden kann, indem ihnen zwischen den Staffeln ihrer Lieblingsserie etwas geboten wird. Darüber hinaus begründet es eine mögliche Erhöhung der Abonnementpreise. Obwohl diese Strategie Früchte trägt, geschieht dies nur langsam. Laut Apptopia stieg die Zahl der Netflix-Spiele-Downloads im vergangenen Jahr von 30,4 Millionen auf 70,5 Millionen. Allerdings sind weniger als 1 % der 238 Millionen Abonnenten von Netflix regelmäßige Gamer, und vor allem verzichten viele Nutzer darauf, Handyspiele aus ihrem App Store herunterzuladen, was zu einem deutlichen Rückgang des Nutzerengagements führt.
Game-Streaming-Testversionen
Derzeit testet Netflix das Streaming von Videospielen mit dem Ziel, den Zugang zu Spielen über seinen Dienst reibungsloser zu gestalten. Diese Technologie steht bereits einer „kleinen Anzahl“ von Abonnenten in Kanada und dem Vereinigten Königreich zur Verfügung. Zwei Spiele, Oxenfree vom Studio Night School und Molehew’s Mining Adventure, ein „Edelstein-Mining-Arcade-Spiel“, können auf Fernsehern gestreamt werden. Zur Unterstützung dieser Technologie bietet Netflix auch eine Spielsteuerungsanwendung an, die auf dem Fernseher oder Computer genutzt werden kann. Einige Netflix-Führungskräfte haben Bedenken hinsichtlich möglicher Einschränkungen für bestimmte Arten von Spielen durch diesen virtuellen Steuerungsansatz geäußert. Für aktionsorientierte Spiele ist beispielsweise in der Regel ein herkömmliches Gamepad erforderlich, das Unternehmen entschied sich jedoch dennoch für diesen telefonbasierten Ansatz.
Der Vergleich mit Stadia
Das Wall Street Journal berichtet, dass Netflix-Mitarbeiter in internen Besprechungen das Scheitern von Googles Stadia zur Sprache gebracht und sich gefragt haben, warum Netflix „in einen Markt einsteigt, in dem ein Gigant wie Google gescheitert ist“. Tatsächlich erlebte Stadia 2019 einen Medienstart mit großem Getöse, doch das Unternehmen beschloss, den Game-Streaming-Dienst im Januar dieses Jahres einzustellen, konnte die Nutzer jedoch nicht überzeugen.
Kurz gesagt, Netflix möchte seine Präsenz in der Gaming-Welt stärken, indem es mehr High-End-Spiele anbietet und neue Möglichkeiten wie Streaming erkundet, um das Spielerlebnis für seine Abonnenten flüssiger zu gestalten. Wir müssen abwarten, ob es dem Unternehmen gelingt, dank dieser Expansion in die Welt der Videospiele mehr Spieler anzuziehen und zu halten.
Quelle: www.bing.com





