Rockstar entlässt 34 Entwickler, die wegen Änderungen der Slack-Richtlinien eine Gewerkschaft gegründet haben

Rockstar Games steht im Zentrum einer großen Kontroverse, nachdem das Unternehmen Ende Oktober 2025 34 Mitarbeiter entlassen hat, während das Unternehmen gewerkschaftliche Organisierungsbemühungen durchführt. Vorwürfe der „Gewerkschaftszerstörung“ und der Zurückhaltung vertraulicher Informationen werfen erhebliche Fragen zum Arbeitsklima und den Arbeitnehmerrechten in der Videospielbranche auf.

Kontext- und Kontroversenauslöser

Die Spannungen bei Rockstar begannen zu steigen, als das Unternehmen Anfang Oktober 2025 Änderungen an seinem Online-Arbeitsbereich Slack vornahm. Das Unternehmen entfernte mehrere informelle Chat-Kanäle, Orte, an denen Mitarbeiter persönliche Themen wie Videospiele und Haustiere diskutierten. Der Schritt fiel mit einer Zunahme der gewerkschaftlichen Organisierungsbemühungen zusammen.

Bald darauf fanden Diskussionen über diese Richtlinienänderungen auf einem privaten Discord-Server der Gewerkschaft statt. Das Management griff dann auf diese Gespräche zu, was zu Vorwürfen führte, vertrauliche Informationen preisgegeben zu haben. Am 30. Oktober wurden die Entlassungen der 34 Mitarbeiter, hauptsächlich Mitglieder oder Unterstützer der Gewerkschaft IWGB, bekannt gegeben. Dieses Tempo des Vorgehens ließ den Verdacht aufkommen, dass es einen direkten Zusammenhang mit den Bemühungen zur Gewerkschaftsbildung gibt, insbesondere nachdem die Gewerkschaft bei den britischen Studios eine Rekrutierungsquote von mehr als 10 % erreicht hatte.

Die Reaktion der Union und rechtliche Schritte

Die Gewerkschaft IWGB reagierte schnell, indem sie im November 2025 Klage bei den britischen Gerichten einreichte und Rockstar Viktimisierung und Massenentlassungen im Zusammenhang mit Gewerkschaftsaktivitäten vorwarf. Ein Gewerkschaftsvertreter bezeichnete die Situation als „den rücksichtslosesten gewerkschaftsfeindlichen Akt in der Geschichte der britischen Spieleindustrie“.

Es tauchten Aussagen ehemaliger Mitarbeiter auf, die eine Stimmung der Angst unter denjenigen verdeutlichen, die die gewerkschaftlichen Bemühungen unterstützten. Viele äußerten, dass ihr einziges Ziel darin bestehe, die Entwicklung von GTA 6 vor ihrer Entlassung abzuschließen, was die Spannungen vor der geplanten Veröffentlichung des Spiels verschärfte.

Zeitleiste der wichtigsten Ereignisse

  • Anfang Oktober 2025 : Änderungen der Slack-Richtlinien, Entfernung informeller Kanäle.

  • Mitte Oktober 2025 : Die Gewerkschaft erreicht einen Rekrutierungsmeilenstein von mehr als 10 % in britischen Studios.

  • Ende Oktober 2025 : Entlassungen von 34 Mitarbeitern, Rockstar argumentiert mit „schwerwiegendem Fehlverhalten“.

  • 5. November 2025 : Öffentliche Vorwürfe der IWGB gegen Rockstar wegen Gewerkschaftszerstörung.

  • 12. November 2025 : Einlegung einer Rechtsbeschwerde durch das IWGB.

Obwohl Rockstar behauptet, dass die Entlassungen unabhängig von Gewerkschaftsaktivitäten erfolgten, erscheint der Zeitpunkt verdächtig. Die Abschaffung informeller Kanäle, die zur freien Kommunikation hätten beitragen können, wirft Fragen nach ihren wahren Beweggründen auf.

Auswirkungen auf die Videospielbranche

Diese Angelegenheit geht über Rockstar hinaus. Es ist symptomatisch für einen umfassenderen Kampf für Arbeitnehmerrechte in der Glücksspielbranche, die oft wegen ihrer harten Arbeitsbedingungen und ihrer ausbeuterischen Kultur kritisiert wird. Der Erfolg des IWGB könnte einen Präzedenzfall für den Arbeitnehmerschutz in der Videospielentwicklung schaffen.

Die anderen Studios beobachten diese Situation genau, was sich auf ihr eigenes Verhältnis zur gewerkschaftlichen Organisierung auswirken könnte. Den Entwicklern ist bewusst, dass diese Art von Gewerkschaftskampf insbesondere in kritischen Phasen der Produktion zur Norm werden könnte.

Mögliche Auswirkungen auf GTA 6

Das Versäumnis, im Vorfeld der Veröffentlichung von GTA 6, die nun für Herbst 2026 geplant ist, eine kompetente Belegschaft aufrechtzuerhalten, lässt Zweifel an der Fähigkeit von Rockstar aufkommen, seine Produktionsfristen einzuhalten. Aus Berichten ehemaliger Mitarbeiter geht hervor, dass sie mit dem Versprechen eingestellt wurden, zur Fertigstellung des Spiels beizutragen, was ethische Bedenken hinsichtlich der Art und Weise aufwirft, wie das Unternehmen seine Mitarbeiter verwaltet.

Da über 220 Mitarbeiter Petitionen unterzeichnen, um die Wiedereinstellung der entlassenen Arbeiter zu fordern, schwächt die Situation den Ruf von Rockstar. Während sich die Rechtswelt darauf vorbereitet, die IWGB willkommen zu heißen, könnte der Ausgang dieses Falles die Gewerkschaftslandschaft in der Videospielbranche neu definieren.


Um auf dem Laufenden zu bleiben, verfolgen Sie die Entwicklungen in diesem Fall, da dies die Art und Weise, wie Studios ihre Mitarbeiter verwalten und versucht, sich gewerkschaftlich zu organisieren, für immer verändern könnte.

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