Der Witcher-Produzent wirft Amerikanern und sozialen Netzwerken vor, die Handlung der Netflix-Serie zu vereinfachen.

Netflixs „The Witcher“ wurde wegen seiner vereinfachten Adaption der Bücher kritisiert, und der ausführende Produzent Tomek Baginski machte das amerikanische Publikum und Social-Media-Plattformen wie TikTok für diesen Ansatz verantwortlich. In einem Interview mit dem polnischen Magazin „Wyborcza“ erklärte Baginski, dass es häufig hinter den Kulissen liegende Faktoren gibt, die zu kontroversen Entscheidungen führen, etwa Drehbuchumschreibungen aufgrund von Erkrankungen der Darsteller. Allerdings haben die Zuschauer möglicherweise keinen Zugang zu diesem Kontext und sind möglicherweise enttäuscht, wenn sie die Show mit den Büchern vergleichen.

Westliches Publikum und vereinfachte Handlungen

Baginski hob besonders das westliche Publikum hervor und nannte dessen mangelnde Vertrautheit mit bestimmten historischen Zusammenhängen als Grund für die Vereinfachung der Handlung. Er verwies auf ein früheres Projekt namens „Hardkor 44“, das sich mit dem Warschauer Aufstand befasste, aber keine Fortschritte machte, weil es für das amerikanische Publikum als zu kompliziert erachtet wurde. Baginski erklärte, dass Amerikaner typischerweise mit einem Erzählrahmen aufgewachsen seien, der Amerika als Helden und andere als Bösewichte darstellt, ohne Nuancen und Komplexitäten. Um ein breites internationales Publikum, darunter eine beträchtliche Anzahl Amerikaner, zu erreichen, wird eine Vereinfachung der Handlung als notwendig erachtet.

Die Herausforderungen der Handlungsnuancen

Baginski räumte ein, wie schmerzhaft es sei, die Nuancen und Komplexität der Handlung zu opfern, um ein breiteres Publikum zu erreichen, merkte jedoch an, dass die Showrunner diese Entscheidungen letztendlich treffen müssen. Er erklärte, dass ein höheres Maß an Nuancen und Komplexität die Reichweite der Show einschränken und bei einer großen Anzahl von Zuschauern keinen Anklang finden würde.

TikTok und emotionales Storytelling

Dies ist nicht das erste Mal, dass Baginski sich zu diesem Thema äußert. Letztes Jahr kritisierte er in einem Interview mit dem YouTube-Kanal Imponderabilia die Fokussierung des jüngeren Publikums auf reine Emotionen. Baginski brachte diese Präferenz mit dem Einfluss von Plattformen wie TikTok und YouTube in Verbindung, wo kurze Videos dominieren und die Aufmerksamkeitsspanne kürzer ist. Er äußerte Bedenken, dass dies die Fähigkeit jüngerer Zuschauer einschränken könnte, längere, komplexere Erzählungen zu würdigen.

Der Witcher-Screenshot

Kritischer Empfang und Enttäuschung der Fans

Die dritte Staffel von The Witcher, die Henry Cavills letzten Auftritt als Geralt von Riva darstellt, hat gemischte Kritiken erhalten. Während die Kritikerwertung bei Rotten Tomatoes bei 77 Prozent liegt, liegt die Zuschauerwertung bei lediglich 22 Prozent. Viele Fans haben ihre Enttäuschung zum Ausdruck gebracht und sind der Meinung, dass die Show dem Ausgangsmaterial nicht gerecht wurde. Nutzerrezensionen beschreiben die Serie als Enttäuschung und Abweichung von dem, was die Fans von der Adaption erwartet hatten.

Die dritte Staffel von The Witcher hat bei Rotten Tomatoes eine Einschaltquote von 22 Prozent

Der Erfolg der Spiele

Trotz der Kritik an der TV-Serie sind die The Witcher-Spiele weiterhin erfolgreich. Insbesondere The Witcher 3 hat die 50-Millionen-Marke überschritten und festigt damit seine Position als eines der meistverkauften Spiele aller Zeiten. Insgesamt wurde die Witcher-Trilogie über 75 Millionen Mal verkauft.

Quelle: www.eurogamer.net