Pokémon Go: Spieler helfen beim Training von Militärdrohnen – ein unerwarteter Rückschlag.

Pokémon-Go-Spieler sind wider Willen Trainer von Militärdrohnen

Millionen von Spielern Pokémon Go haben Videos ihrer Umgebung für Belohnungen im Spiel aufgenommen, ohne sich vorstellen zu können, dass diese Inhalte für militärische Zwecke verwendet werden würden. Diese Beobachtung wurde durch einen Bericht niederländischer Medien an die Öffentlichkeit gebracht Ärgerweitergeleitet von DroneXL. Floris De Hingh, seit 2016 Spieler, erfuhr, dass seine Aufnahmen zur Entwicklung eines Visual Positioning System (VPS) beigetragen hatten, das bald in amerikanischen Militärdrohnen und -robotern eingesetzt werden soll.

  • Von *Pokémon Go* generierte Umgebungsscans wurden verwendet, um ein Navigationsmodell für Militärdrohnen zu trainieren.
  • Laut dem am 13. Juni 2026 veröffentlichten Bericht wurden rund 30 Milliarden Scans gesammelt.
  • Niantic, das Unternehmen hinter *Pokémon Go*, hat diese Videos lizenziert, oft ohne dass die Spieler vollständig darüber informiert wurden.
  • Vantor, verantwortlich für die militärische Entwicklung, hat einen 70-Millionen-Dollar-Vertrag mit der US-Regierung.

Unerwartete Verwendung: Von Spieldaten bis hin zu militärischen Anwendungen

Die Spieler von Pokémon Go sind seit 2021 in der Lage, reale Standorte im Austausch gegen Objekte im Spiel zu scannen. Diese Funktion ermöglichte es Niantic, eine immense Menge an Umweltdaten zu sammeln. Im Dezember 2025 gab Niantic Spatial, jetzt eine von Niantic getrennte Einheit, seine Zusammenarbeit mit Vantor bekannt, um diese Technologien in Militärdrohnen zu integrieren.

Obwohl Vantor die direkte Verwendung der Scans von bestritt Pokémon GoFragen bleiben. Ein Sprecher von Niantic Spatial erläuterte, dass das in der Entwicklung befindliche Navigationsmodell anhand dieser Daten trainiert wurde, bevor der Datenaustausch eingestellt wurde. Dies verdeutlicht die mangelnde Klarheit hinsichtlich der Verwendung von Spielerdaten.

Eine ethische Reflexion über die Nutzung von Daten

Dieser Fall wirft große ethische Fragen auf. Jeroen van den Hoven, Professor für Ethik an der Technischen Universität Delft, sagte, der Zusammenhang zwischen Spielerscans und militärischen Systemen sei schwer zu bestreiten. Die militärischen Ziele der Technologieentwicklung werfen die Frage nach Transparenz und Zustimmung auf.

Iris Muis, Forscherin im Bereich Datenethik, weist außerdem darauf hin, dass Benutzer die zukünftige Verwendung ihrer Daten nicht vorhersehen können, was zu moralischen Dilemmata führt. Für Spieler stellt diese Situation die Art des Spiels und die Erhebung personenbezogener Daten in Frage. Floris De Hingh bringt dieses Gefühl gut auf den Punkt, wenn er sagt: „Ein Spiel muss ein Spiel bleiben.“

Diese Situation sollte zu umfassenderen Überlegungen über die Auswirkungen neuer Technologien und deren Wechselwirkungen mit unserem Leben anregen, oft ohne dass wir uns ihrer vollständig bewusst sind.

Lesungen: 1